Eine Menschheitsgeschichte aus der Zukunft erzählt

Homo Dividuum ist der Versuch, eine Menschheitsgeschichte des 3. Jahrtausends zu erzählen: nicht über die Entstehung der Welt, sondern über die Neuerfindung des Menschen unter den Bedingungen von KI, Memetik, digitaler Vernetzung und globaler Rückkopplung. Im Zentrum steht der Mensch nach dem Individuum, geteilt, gespiegelt, verstärkt, gefährdet und schöpferisch neu zusammensetzbar.

Eine Menschheitsgeschichte des 3. Jahrtausends zentral beginnt nicht mehr mit dem Satz:Am Anfang war der Mensch als ungeteiltes Subjekt. Sondern: Am Anfang des neuen Jahrtausends zerfiel der Mensch in Daten, Rollen, Profile, Affekte, Meme, Märkte, Systeme, und musste lernen, sich neu zusammenzusetzen.

Dabei muss eine moderne Menschheitsgeschichte nicht mehr erklären, wie Materie entstanden ist. Das leistet die Wissenschaft. Sie muss jedoch erklären, wie Bedeutung, Ordnung, Identität und soziale Realität entstehen. In diesem Verständnis ist Wirklichkeit nicht einfach da. Sie wird vom Menschen konstruiert, stabilisiert, geglaubt, geteilt, verteidigt und verändert. Damit verschiebt sich die Frage von "Wer hat die Welt erschaffen?" zu "Durch welche Wahrnehmungen, Begriffe, Meme, Medien, Systeme und Entscheidungen erschaffen wir fortlaufend unsere Wirklichkeit?"

Klassische Menschheitsgeschichte erzählen meist, woher wir kommen. Homo Dividuum fragt eher: Was kann aus uns werden? Es ist eine Menschheitsgeschichte, die nicht rückwärts nach ihrem Ursprung, sondern vorwärts nach ihren Möglichkeiten fragt. In diesem Verständnis bedeutet Menschheitsgeschichte nicht mehr eine Ursprungserzählung, sondern eine Zukunftserzählung, in welcher die Menschheit Schöpfer ihrer Zukunft ist.