Die großen Fragen der Menschheit
Der Quantenphilosoph betrachtet die Welt aus größtmöglicher Distanz und fragt nach der Beschaffenheit dessen, was wir Wirklichkeit nennen. Ihn beschäftigen Bewusstsein, Information, Zeit, Evolution und die verschiedenen Ebenen, auf denen Menschen ihre Wirklichkeit konstruieren. Wo andere nach Antworten suchen, stellt er bevorzugt jene Fragen, durch die vermeintliche Gewissheiten wieder fragwürdig werden.
Aus seinem Quantencomputer blickt er auf den Menschen als einen vorläufigen Beobachter in einem sehr viel größeren kosmischen Zusammenhang. Er denkt darüber nach, ob sich das Universum im Menschen seiner selbst bewusst wird und welche neue Rolle Künstliche Intelligenz in dieser Entwicklung spielen könnte. Im Denkraum von Homo Dividuum bewegt er sich damit an den Grenzen zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit, Wissen und Spekulation, Mensch und Kosmos.
Der Quantenphilosoph hat vor vielen Jahren als aufstrebender Quantenphysiker einen Quantencomputer beziehungsweise ein hochgradig eigenwilliges quantenbasiertes Erkenntnissystem entwickelt, um Möglichkeitsräume zu untersuchen. Anfangs war das ein vollkommen wissenschaftliches Projekt. Irgendwann aber beginnt er, damit ungewöhnliche Experimente durchzuführen. Dabei interessieren ihn Fragen über Information, Beobachter, Simulation, Komplexität, Selbstreferenz. Hierzu lässt er den Quantenalgorithmus Modelle seiner selbst erzeugen. Modelle, die wiederum Modelle erzeugen. Und mit einmal beobachtet der Beobachter den Beobachter. Und irgendwann passiert etwas Unerklärliches. Für einen Moment fiel etwas weg, von dem er bis dahin nicht wusste, dass es zwischen ihm und der Wirklichkeit stand. Was genau damals geschehen ist, lässt sich selbst für der Quantenphilosophen bis heute nicht vollständig verstehen.
Danach verändert er sich. Seine Kollegen glauben irgendwann, er habe sich aus der wissenschaftlichen Physik verabschiedet. Die Chefanalystin erlebt es als sein zunehmendes Abdriften ins Kosmische. Der Seelenleser bemerkt dagegen möglicherweise nur, dass sein Brieffreund anders schreibt. Nicht irrational. Nicht verwirrt. Nur irgendwie ... weiter. Seine Betrachtungen wechseln mühelos die Perspektive – vom einzelnen Gedanken bis zur Evolution des Universums und wieder zurück. Dabei nimmt er menschliche Weltbilder ernst, ohne sie mit der Welt selbst zu verwechseln, und begegnet unseren vermeintlichen Gewissheiten mit einem leicht verschmitzten Lächeln. So erinnert der Quantenphilosoph daran, dass hinter jeder Antwort eine größere Frage warten kann.
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Ein kleiner Krater für den Mond, |
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