KI führt im sogenannten J-Space Selbstgespräche

Der J-Space ist für mich spannend, weil er zeigt, dass in einer KI offenbar mehr passiert als das, was wir am Ende im Chatfenster lesen. Bisher sehen wir vor allem vorne den Prompt und hinten die Antwort – und dazwischen war ziemlich viel Black Box. Jetzt bekommen Forscher erste Einblicke in diesen Zwischenraum und sehen dort Begriffe, Zusammenhänge und Zwischenschritte, die das Modell gerade ver-arbeitet, obwohl sie gar nicht ausgesprochen werden.

Für Homo Dividuum passt das ziemlich gut zur Idee des Proto-Weltmodells. Eine KI scheint intern nicht nur Wörter aneinanderzureihen, sondern bestimmte Dinge so zu repräsentieren, dass sie daraus unterschiedliche Zusammenhänge ableiten kann.

Der Systemhacker im Selbstgespräch.

Das ist noch kein menschliches Weltmodell und schon gar kein Beweis für Bewusstsein, aber es sieht immer weniger nach bloßem Text-Autocomplete und immer mehr nach einer inneren Arbeitsfläche, in welcher sich die KI in einer Art Selbstgespräch Zwischennotizen für sich selbst macht. Richtig interessant wird es dort, wo Forscher nicht nur hineinsehen, sondern anfangen, diesen inneren Zustand zu verändern. Vereinfacht gesagt: Wenn eine KI intern gerade bei "Fußball" ist, kann man diesen Zustand experimentell in Richtung "Rugby" schubsen. Und plötzlich verändert sich auch die spätere Antwort. Für mich als Systemhacker ist das der Moment, in dem aus einen Nur-Lese-Modus ein Schreib-Zugang wird: Wir lesen nicht mehr nur, was im System passiert, wir beginnen hineinzuschreiben.

Und damit sind wir ziemlich schnell bei Agency und Mind Hacking. Wenn wir künftig beeinflussen können, welche inneren Muster eine KI bildet, welche Gedankenwege sie bevorzugt oder welche Werte sie stärker gewichtet, dann designen wir nicht mehr nur ihren Output, sondern Stück für Stück ihren inneren Denkraum. Wir hacken uns also nicht mehr nur in die Software einer KI, sondern wir beginnen, ihre Gedankenräume nach-zubauen.