Der Blick aus der Zukunft
"Notizen aus der Zukunft" blickt aus einer möglichen Zukunft auf unsere Gegenwart zurück. Aus dieser Perspektive erscheint das Heute bereits als historische Schicht: als eine Zeit, in der eine global vernetzte Menschheit ihre neue Gestalt erst zu erkennen beginnt. Was uns gegenwärtig verwirrend, widersprüchlich oder bedrohlich erscheint, kann so als Teil einer größeren Entwicklung betrachtet werden.
Das Buch entwirft weder eine technische Heilslehre noch eine düstere Untergangserzählung. Es verbindet einen realistischen Blick auf Macht, Abhängigkeit und menschliche Unvernunft mit dem Vertrauen in die Lern- und Gestaltungskraft der Menschheit. Zukunft erscheint damit nicht automatisch besser - aber als grundsätzlich gestaltbar.
Eine vernetzte Welt benötigt eine eigene Sprache, eigene Begriffe und neue Bilder von Mensch und Gesellschaft. Solange wir das Neue nur als Verlängerung oder Verneinung des Alten beschreiben, bleiben wir gedanklich an die bisherige Welt gebunden. Homo Dividuum bietet deshalb eigenständige Denkfiguren für das Informationszeitalter an - als Einladung, die Zukunft nicht nur zu erwarten, sondern sprachlich, gedanklich und gesellschaftlich mitzuerfinden.