Schlüsselbegriffe aus dem Homo-Dividuum-Denkraum

Wer den Denkraum von Homo Dividuum erstmals betritt, findet hier die wichtigsten Orientierungspunkte. Die folgenden Begriffe stellen zentrale Eckpfeiler des Homo-Dividuum-Denkraums dar. Sie führen konzeptionell vom einzelnen Menschen über seine Wirklichkeit und seine soziale Umwelt bis zur Menschheit als technologisch verbundenem Ganzen. Die Auflistung soll eine erste grobe Idee über den Inhalt des Buches geben. Für ein tieferes Verständnis ist das Glossar zu empfehlen.

Dividuum
Der Mensch als in sich teilbares, sozial verteiltes und damit mit anderen verbundenes Wesen. Seine Identität entsteht fortlaufend aus Beziehungen, Erfahrungen, Memen und technologischen Erweiterungen.

Individuum
Die Vorstellung des Menschen als eigenständige, unteilbare und autonome Einheit. In Homo Dividuum erscheint dieses Ideal als hilfreiche, aber unvollständige Fiktion.

Autonomie
Die Fähigkeit, das eigene Handeln bewusst mitzugestalten. Sie bedeutet nicht völlige Unabhängigkeit, sondern Selbststeuerung innerhalb sozialer und technologischer Abhängigkeiten.

Weltordnung
Das historisch gewachsene Geflecht aus Macht, Regeln, Institutionen, Märkten und Infrastrukturen, das globale Beziehungen strukturiert. Sie besitzt keinen einzelnen Urheber und wirkt dennoch wie ein übergeordnetes System.

Macht
Die Fähigkeit, Wirklichkeit zu gestalten, Möglichkeiten zu eröffnen oder zu begrenzen. Macht wirkt nicht nur durch einzelne Herrschende, sondern systemisch durch Regeln, Technologien und alltägliche Handlungen.

Technologie
Die Erweiterung menschlicher Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmöglichkeiten durch Werkzeuge, Verfahren und Systeme. Technologie ist kein bloßer Zusatz, sondern ein Grundelement der Menschwerdung.

Prothesengötter
Die Menschheit, die sich durch Technologie nahezu göttliche Fähigkeiten verschafft, ohne ihre animalische Begrenztheit abzulegen. Ihre technische Wirkmächtigkeit wächst schneller als ihre psychische Reife.

Menschheit
Die Gesamtheit aller Menschen als entstehendes sozio-technologisches Ganzes. Ihre gemeinsame Wirkmächtigkeit übersteigt die Möglichkeiten jedes Einzelnen.

Evolution
Die fortlaufende Entstehung neuer Formen durch Veränderung, Auswahl und Weitergabe. Beim Menschen setzt sie sich biologisch, kulturell und technologisch zugleich fort.

Gen
Ein Gen ist eine biologische Informationseinheit, die durch Vererbung weitergegeben wird und durch Variation und Selektion die körperliche Evolution mitgestaltet. In Homo Dividuum bilden Gen und Mem zwei miteinander wechselwirkende Replikatoren: Gene übertragen biologische, Meme kulturelle Informationen.

Mem
Ein kultureller Informationsbaustein, der durch Kommunikation, Nachahmung und Wiederholung weitergegeben wird. Meme stellen als eine Art Gedanken-Atome die Grundbausteine der menschlichen Wirklichkeitskonstruktion dar.

Wirklichkeit
Die erlebte und gedeutete Welt eines Menschen oder einer Gemeinschaft. Sie entsteht aus Wahrnehmung, Erfahrung, Sprache und sozialer Rückkopplung.

Weltbild
Das grundlegende Deutungsmodell, mit dem Menschen Wirklichkeit ordnen und Zusammenhänge erklären. Es bestimmt mit, was sichtbar, denkbar und handlungsrelevant wird.

Deutungshoheit
Die Macht, eine bestimmte Interpretation von Ereignissen als maßgeblich oder selbstverständlich durchzusetzen. Sie entscheidet mit darüber, welche Wirklichkeit gesellschaftlich Anerkennung findet.

Schöpfungskraft
Die Fähigkeit des Menschen, aus Vorstellungen, Sprache, Wissen und Technologie etwas Neues hervorzubringen. Sie macht ihn zum Erfinder und Erbauer materieller, sozialer und virtueller Welten.