Das wirkmächtige Selbst als Spielmacher
SoloS bezeichnet das einzelne Selbst in seiner gestaltenden Kraft und steht für die schöpferische Eigenbewegung des Dividuums. Es ist der Mensch, der spricht, entscheidet, entwirft, handelt, Wirklichkeit interpretiert und eigene Lebensräume gestaltet. In einer technologisch erweiterten Welt gewinnt SoloS neue Möglichkeiten, Gedanken sichtbar zu machen, Identität zu formen und Resonanz zu erzeugen.
MoDoN hingegen ist das passive Dividuum, wenn es seine Wirkmächtigkeit nicht schöpferisch nutzt, sondern sich von Strömen durch sich hindurch bewegen lässt. Hier handelt der Mensch nicht mehr primär als bewusster Gestalter, sondern wird zum Verstärker, Weiterleiter oder Träger fremder Impulse. Er übernimmt Meme, Affekte, Meinungen, Trends oder Reaktionsmuster, ohne sie wirklich zu prüfen oder selbst zu verantworten.
MoDoN bezeichnet das Dividuum im Zustand der passiven Durchleitung. Dabei hält sich MoDoN für den Handelnden, während in Wirklichkeit das System durch ihn handelt. MoDoN macht die unbewusste Weitergabe fremder Impulse sichtbar. Der Mensch wird nicht gewaltsam zum MoDoN gemacht. Er wird beschäftigt, stimuliert, personalisiert und vernetzt, bis er freiwillig als MoDoN funktioniert. Auf diese Weise verliert er zunehmend seine schöpferische Eigenbewegung und wird zu Vollzugsorganen technopolitischer Informationssysteme.
Der Spielmacher bleibt jedoch nicht bei sich selbst stehen. Wer seine eigenen Rollen, Impulse und Möglichkeiten bewusster ins Spiel bringt, verändert immer auch das größere Spielfeld, in dem er handelt. Aus vielen einzelnen Spielzügen entsteht so eine gemeinsame Bewegung, in der das Dividuum nicht nur sich selbst, sondern auch die Welt mitgestaltet. An dieser Stelle öffnet sich der Blick vom eigenen Handlungsspielraum zum Weltspiel der Menschheit.